Zwei Personen an einem Tisch, die auf einen Laptop schauen mit Icon mit Gesprächsblasen

Die eine Zahl, die Ihr CO₂-Management endlich steuerbar macht – Interview mit right°-Gründerin

Klassische CO₂-Tonnen? Nutzlos für echte Steuerung. SBTi? Für den Mittelstand oft die falsche Lösung. Hannah Helmke, Gründerin von right°, räumt mit ESG-Mythen auf. Im Interview erklärt sie, warum klassische Emissionsdaten nicht reichen – und wie Sie das C-Level mit 3 Argumenten überzeugen.

23.03.2026

5 Minuten Lesezeit

Grad Celsius statt CO₂-Chaos: Über right° & Hannah Helmke

right° wurde 2016 von Hannah Helmke und Dr. Sebastian Müller gegründet und gehört heute zu den führenden Climate Tech-Unternehmen in Europa. Das Besondere: Die Software misst Klimawirkung nicht in abstrakten CO₂-Emissionen, sondern in Grad Celsius – greifbar für Vorstände, Investor:innen und Entscheider:innen.

Grundlage ist das peer-reviewte X-Degree Compatibility (XDC)-Modell, das right° wissenschaftlich fundiert entwickelt hat. Mehr als 100 Kund:innen nutzen die Lösung entlang der CSRD und als Alternative zu Science Based Targets.

Hannah Helmke verbindet wissenschaftliche Klarheit mit unternehmerischem Gestaltungswillen. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis und dem Digital Female Leader Award. Im Interview mit leadity verrät sie, warum jetzt der richtige Moment ist, mit XDC zu starten.

Im Interview

Hannah Helmke Gründerin right° based on science

Hannah Helmke
Gründerin
right°

Diese 3 Dekarbonisierungs-Fehler sollten Sie vermeiden

Hannah, du sprichst regelmäßig mit Nachhaltigkeitsmanager:innen aus dem Mittelstand. Welche 3 Fehler siehst du am häufigsten, wenn Unternehmen ihre Dekarbonisierungsstrategie steuern wollen?

Wenn ich Fehler sehe (und es gibt sehr viele gute Nachhaltigkeitsmanager da draußen) dann sind es diese drei:

  • Erstens glauben viele, es geht nur um Verantwortung; als wäre guter Wille schon die halbe Miete.
  • Zweitens denkt man komischerweise oft, ein Ziel erreicht sich von ganz alleine, weil man schlichtweg gar keine Steuerung hat.
  • Und drittens machen viele das Reputationsrisiko nicht zum Thema, wenn man kommunizierte Ziele dann nicht erreicht.

Ohne Steuerung sind Unternehmen im Blindflug und der kann eine ziemlich harte Landung mit Konsequenzen für die eigene Karriere geben. Die EU-Empowerment-Richtlinie sorgt hier jetzt für einen Realitätscheck, weil Unternehmen ihre Klimaziele künftig belegen müssen. Aber grundsätzlich gilt: Nachhaltigkeitsmanager müssen anfangen, ihre Aufgaben wirklich zu lösen, statt sich in nutzlosen Komplexitätsdebatten zu verlieren.

Warum klassische Emissionsdaten nicht mehr reichen

Viele Unternehmen reporten fleißig CO₂-Tonnen und haben trotzdem keine Ahnung, ob sie auf Kurs sind – zum Beispiel für das 1,5-Grad-Ziel. Warum reichen klassische Emissionsdaten nicht mehr aus?

Die Person will ich sehen, die auf Basis von absoluten Tonnen CO₂ wirklich versteht, ob man auf Kurs Richtung 1,5°C ist oder nicht. Das wäre so, als sollte ich aus verbrauchten Litern ableiten, ob ich das Geschwindigkeitslimit einhalte. Emissionsdaten sind nicht-vergleichbare Rohdaten.

Für die Steuerung braucht man aussagekräftige Indikatoren mit direktem Bezug zum Ziel. Und da das Pariser Ziel ein °C-Ziel ist, brauche ich eben einen °C-Indikator, der mir aufzeigt, wo ich relativ zu diesem Ziel stehe und was mich näherbringt. Ohne diese Klarheit kann niemand Entscheidungen treffen und das Thema bleibt diffus.

Warum SBTi nicht für alle das Richtige ist

SBTi gilt als Gold-Standard – aber viele wachsende, CO₂-freundliche Unternehmen im Mittelstand tun sich schwer damit. Warum ist SBTi für diese Zielgruppe oft nicht die passende Lösung?

Für große, kapitalmarktorientierte Unternehmen hat die SBTi ihren Platz – keine Frage. Aber der deutsche Mittelstand tickt anders. Die starren Vorgaben zur Emissionsreduktion wirken dort schnell wie Fremdbestimmung.

„Und wenn man eines beim deutschen Mittelstand nicht machen darf, dann ist es Fremdbestimmung.“

Goldstandard sind die SBT letztlich vor allem, weil der Kapitalmarkt daraus ein gutes ESG-Geschäft gemacht hat. Aber das ist oft weit weg von der Realität mittelständischer Unternehmen. Hier braucht es Handfestigkeit und Werkzeuge, die einen direkten Mehrwert liefern – keine hochtrabenden Konzepte, bei denen am Ende keiner weiß, was er konkret tun soll.

So erreichen Sie Klimaziele wirklich

Viele Unternehmen setzen sich Klimaziele, aber scheitern an der Umsetzung. Wie helfen XDC und leadity dabei, nicht nur Ziele zu definieren, sondern auch wirklich zu erreichen?

Unternehmen scheitern, wenn sie sich Klimaziele rein aus Prinzip setzen, ohne durchzudenken, was das überhaupt heißt. leadity gibt Unternehmen jetzt mit XDC die Möglichkeit, den eigenen Standort zu verstehen: Wo stehe ich, wie weit ist der Weg zu 1,5°C wirklich?

Und dann wird es konkret: Ich kann einzelne Maßnahmen modellieren und sehen, was sie bringen. Zum Beispiel: Ein Unternehmen stellt auf Grünstrom um und sieht direkt, dass sich der XDC-Wert von 3,2°C auf 2,8°C verbessert. So kann man realistische Ziele setzen und den Fortschritt Schritt für Schritt nachvollziehen.

XDC Beispiel

Der Game Changer für Ihr CO2-Management

XDC übersetzt CO₂ in Grad Celsius. Das klingt erstmal simpel. Warum ist diese eine Zahl so game-changing für die Steuerung?

Naja, weil ich meine Klimawirkung in °C verstehe – und in Tonnen CO₂ eben nicht. Menschen wollen sehen, dass ihr Handeln zählt. Wenn ich nicht aufzeigen kann, welche Wirkung ein Projekt auf etwas hat, das wirklich relevant ist, dann macht auch niemand mit. So einfach ist das:

„Niemand beschäftigt sich dauerhaft mit etwas, wenn das eigene Handeln keine sichtbare Wirkung zeigt. Man darf sich vor diesem Hintergrund nicht wundern, dass diese Transition zu langsam läuft.“

Quick Wins: Das ändert sich mit XDC & leadity

Stell dir vor: Ein mittelständisches Unternehmen fängt an, XDC über leadity zu nutzen. Was ändert sich in den ersten 3 Monaten konkret – und welche Quick Wins siehst du am häufigsten?

Wenn man das gut macht, ist der Effekt wie das Aufsetzen einer Brille. Plötzlich können die Leute im Unternehmen sehen: Wie weit bin ich von 1,5°C entfernt? Wie nah komme ich mit den bereits geplanten Maßnahmen ran? Und wo muss ich mir noch etwas einfallen lassen? Man redet plötzlich darüber, was man tun kann – statt darüber, dass man ja eh nichts ausrichten kann.

So überzeugen Sie das C-Level

Viele ESG-Manager:innen kämpfen mit der Frage: „Wie erkläre ich das der Geschäftsführung?“ Wie hilft XDC dabei, Dekarbonisierung bei kritischen Stakeholdern zu platzieren und welche 3 Argumente ziehen am besten?

  • Erstens der Wettbewerbsvergleich: Wenn ich meiner GF zeige, dass wir bei 4°C stehen, der Sektor bei 3,3°C und unser Haupt-Wettbewerber bei 2,5°C, dann kann das alles ganz schnell gehen.
  • Zweitens das Reputationsrisiko: Das Thema Klima kann genauso plötzlich wieder auf die Agenda kommen, wie es sich aktuell zurückgezogen hat. Der Klimawandel ist unberechenbar.
  • Drittens die Vorbereitung: Wer jetzt keinen Basis-Transitionsplan aus der Schublade holen kann, den man z.B. über leadity mit überschaubarem Budget erstellen und pflegen kann, riskiert unnötige Wettbewerbsnachteile.

Und eins darf man nicht vergessen: Die CSRD ist für den Mittelstand nicht einfach vom Tisch, denn jedes mittelständische Unternehmen ist Teil einer Lieferkette, eines Kreditportfolios oder eines Investmentportfolios. Die Anforderungen kommen so oder so, nur eben indirekt. Da lohnt es sich überhaupt nicht, unvorbereitet zu sein.

Temperature Alignment wird zum Standard

right° arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft. Wenn du 5 Jahre in die Zukunft schaust: Welche Rolle wird Temperature Alignment in der Klimasteuerung spielen?

In fünf Jahren hat jedes zeitgemäße Unternehmen sein Transitionsprofil in °C auf der Titelseite seiner Unternehmensbeschreibung. So wie heute niemand mehr ohne Umsatzzahlen in ein Investorengespräch geht, wird man ohne °C-Profil nicht mehr glaubwürdig über Zukunftsfähigkeit reden können. Die Regulatorik flankiert das: Die EU-Empowerment-Richtlinie verlangt schon heute, dass Klimaziele belastbar untermauert werden. In fünf Jahren wird Temperature Alignment kein Nice-to-have mehr sein, sondern der Standard.

So starten Sie mit XDC & leadity durch

Wenn ein:e Nachhaltigkeitsmanager:in dieses Interview liest und denkt: „Das klingt spannend, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“ – was ist deine konkrete Empfehlung für die ersten Schritte?

Einfach die Software testen! Die eigene Klimawirkung berechnen und zwei, drei Maßnahmen einsetzen. Damit wird sofort klar, worum es geht und warum es sich lohnt, Daten sauber zu erfassen und professionell aufgestellt zu sein. Und gerade jetzt ist der richtige Moment: Wer wartet, bis das Thema wieder mit voller Wucht auf der Agenda steht, fängt unter Druck bei null an – da fühlt man sich wie ein Trottel.

„Wer jetzt startet, kommt souverän vor die Kurve.“
Hannah Helmke
Gründerin right°

Ihr kostenloses XDC-Benchmarking – Wie stehen Sie im °C-Vergleich da?

Erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen im wissenschaftlichen Klimavergleich abschneidet – individuell, verständlich und praxisnah. In einem kostenfreien Beratungstermin erhalten Sie von unseren geschulten leadity-Expert:innen Ihr individuelles Benchmarking nach dem X-Degree Compatibility (XDC)-Modell.

Nach dem Termin wissen Sie:

  • Wie performt Ihr Sektor – jetzt und in Zukunft?
  • Wie hoch ist der Beitrag Ihrer Branche zur Erderwärmung (in °C)?
  • Sind Sie besser als Ihre Peers?

Das Benchmarking wird individuell für Ihre Branche erstellt – in Kooperation mit right°.

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