
XDC – die aussagekräftige SBTi-Alternative
Wie weit ist eigentlich Ihr Unternehmen vom 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommen entfernt? Im Vergleich zu klassischen Zielgrößen drückt XDC die Klimarisiken und erforderlichen Maßnahmen in einer anschaulichen Grad-Celsius-Zahl aus. Lesen Sie, wie XDC funktioniert, was es von SBTi unterscheidet – und welche Vorteile es mittelständischen Unternehmen bietet.
10.06.2026
4 Minuten Lesezeit
Unternehmen stehen zunehmend unter Druck: Regulatorik, Stakeholder und Markt verlangen transparente und wissenschaftlich fundierte Klimastrategien. Viele orientieren sich dabei an der anerkannten Science Based Targets initiative (SBTi). Doch CO₂-Kennzahlen allein wirken abstrakt und schwer interpretierbar – insbesondere in Bezug auf das globale 1,5-Grad-Klimaziel. Ist es beispielsweise viel oder viel zu wenig, wenn ein Unternehmen seine CO2-Emissionen um 4.000 Tonnen gesenkt hat?
Genau hier setzt XDC an: Es übersetzt Emissionen in eine einzige, intuitive Größe – eine Grad-Celsius-Zahl – und ermöglicht so den Vergleich mit dem globalen Klimaziel. Für mittelständische Unternehmen kann das XDC-Modell eine effektive Ergänzung oder Alternative sein, um Klimastrategie, Unternehmensführung und Kommunikation zu vereinfachen und zugleich wissenschaftlich fundiert auszurichten.
Wofür steht XDC?
XDC steht für „X-Degree Compatibility“, zu Deutsch etwa „X-Grad-Kompatibilität“. Es beschreibt die Kompatibilität der wirtschaftlichen Aktivitäten eines Unternehmens mit dem globalen Temperaturziel. Das X steht dabei für die Zahl der Grad Celsius, um die sich die Erde erwärmen würde, wenn alle Unternehmen so wirtschaften würden wie das untersuchte Unternehmen. Das Modell übersetzt komplexe Emissionsdaten in eine verständliche Kennzahl, die sowohl intern als auch extern kommunizierbar ist.
Wichtig zu wissen: XDC baut auf bereits erstellten Emissionsdaten auf und dient somit nicht zur Berechnung einer Klimabilanz.
Was ist das XDC-Modell?
Das XDC-Modell ermittelt datenbasiert die Klimawirkung eines Unternehmens und drückt sie in einer Temperaturzahl aus. Da die Gesamtemissionen in der Regel ungleich über die Scopes verteilt sind, kann die XDC ebenfalls nach den entsprechenden Scopes aufgeschlüsselt werden. Auf diese Weise lässt sich mit dem XDC-Modell die Klimakompatibilität von Unternehmen und deren Aktivitäten sehr anschaulich bewerten. Die XDC-Temperaturzahl zeigt an, wie stark sich unser Globus erwärmen würde, wenn die Welt wirtschaften würde wie das betrachtete Unternehmen. Dadurch lässt sich auf einen Blick erfassen, wie viel besser oder schlechter ein Unternehmen jedes Jahr im Vergleich zum 1,5-Grad-Pfad agiert.
Ziel des XDC-Modells ist es, Unternehmen ein klares, wissenschaftlich fundiertes Bild ihrer Beiträge zur Erderwärmung zu geben, um die entsprechenden Dekarbonisierungsstrategien leichter steuern und besser kommunizieren zu können. Die resultierende Gradzahl ermöglicht es außerdem, Klimastrategien verschiedener Unternehmen auf ihre Wirksamkeit hin zu bewerten und untereinander zu vergleichen. Darüber hinaus erlaubt XDC Szenario-Analysen, zum Beispiel unter der Annahme einer „Business as usual“-Strategie oder unter Einbeziehung von Reduktionsmaßnahmen. Das XDC Modell lässt sich auch für Immobilien und Staaten anwenden.
Es sollte jedoch beachtet werden, dass das System keine Daten validiert. Es müssen daher geprüfte Daten – zum Beispiel zu den Emissionen – in das Modell eingegeben werden. Die Ergebnisse des XDC sind ESRS-fähig und werden bereits in Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten verwendet.
Wer steckt hinter XDC?
Entwickelt wurde das XDC-Modell von „right. based on science“. Das deutsche Unternehmen hat sich auf wissenschaftsbasierte Klimametriken spezialisiert und bietet mit XDC ein Instrument an, das Emissionen transparent, vergleichbar und für Entscheidungsträger:innen handlungsrelevant macht. Die Berechnungsgrundlagen beruhen auf etablierten Klimamodellen und globalen Szenarien, unter anderem der Internationalen Energieagentur (IEA) und dem One Earth Climate Modell (OECM). Auch das Finite Amplitude Impulse Response (FaIR) Klimamodell wird in der Methodik von XDC verwendet.
Unterschiede zwischen SBTi und XDC
Die SBTi hat sich als Standard für wissenschaftsbasierte Klimaziele etabliert. Die kooperierenden Organisationen hinter der SBTi geben standardisierte Zielpfade und feste Reduktionsraten für Treibhausgasemissionen vor, um das 1,5-Grad-Klimaziel des Pariser Abkommens zu erreichen. Die STBi überprüft die gesetzten Nachhaltigkeitsziele kostenpflichtig und genehmigt deren Kommunikation.
Das XDC-Modell hingegen misst die Klimakompatibilität anhand eines Gradwerts und stellt damit eine direkte Verbindung zum globalen Erwärmungsziel her. Während SBTi vor allem die Zielsetzung und deren Validierung betrachtet, liefert XDC eine anschauliche Kennzahl, die den aktuellen Stand und den Fortschritt eines Unternehmens transparent macht. Auf diese Weise lässt sich die Zielerreichung besser überprüfen und steuern. Beide Modelle können gemeinsam genutzt werden.
Ist XDC eine Ergänzung zu SBTi?
Das XDC Modell versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur SBTi. Im Zusammenspiel bieten beide Ansätze einen ganzheitlichen Rahmen für die Umsetzung von Dekarbonisierungsstrategien. Unternehmen, die bereits wissenschaftsbasierte Ziele gemäß SBTi definiert haben, können mit Hilfe von XDC ihre Temperaturkompatibilität ermitteln und darstellen, wo sie im globalen Klimakontext stehen. Das schafft nicht nur Transparenz, sondern ermöglicht gleichzeitig eine effektivere Kommunikation mit Stakeholder:innen und Investor:innen.
Umgekehrt kann XDC auch ein Einstieg für Unternehmen sein, die sich bislang nicht mit konkreten Reduktionspfaden auseinandergesetzt haben und erste Erkenntnisse zur eigenen Klimawirkung gewinnen möchten, denn XDC ist nicht auf eine SBTi-Validierung angewiesen.
Was kostet XDC?
Im Gegensatz zu Siegeln oder Zertifikaten lässt sich für XDC keine pauschale Kostenaussage treffen. Der Anbieter „right. based on science“ und dessen Partnerfirmen bieten individuelle Konditionen an. Hier empfiehlt sich stets ein Beratungsgespräch. Bei leadity erhalten Sie dieses kostenfrei und unverbindlich, inklusive eines XDC-Benchmarkings genau für Ihre Branche.
XDC ist ein freiwilliges Instrument mit Mehrfachnutzen
Die Anwendung des XDC-Modells ist keine Pflicht. Es handelt sich um ein freiwilliges Instrument, das Unternehmen nutzen können, um ihre Dekarbonisierungsstrategie wissenschaftlich fundiert und transparent zu gestalten. Im Mittelstand hilft es, die Klimastrategien eines Unternehmens prägnant und anschaulich zu kommunizieren, denn es drückt komplexe Scope-1-, 2- und 3-Emissionen in einer einfachen Temperatur-Kennzahl aus.
Zudem stellt es ein effektives Steuerungsinstrument dar, da es aufzeigt, wie konsequent man den eingeschlagenen Weg verfolgt, um die angestrebten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen oder in welchem Maß davon abgewichen wird. Gesetzliche Vorgaben, wie etwa die Berichterstattung zu Emissionen, können durch den Einsatz von XDC effizienter und nachvollziehbarer erfüllt werden.
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Fazit
Das XDC Modell bietet mittelständischen Unternehmen eine innovative Möglichkeit, ihren Beitrag zum Klimaschutz messbar zu machen und verständlich zu kommunizieren. Indem CO₂-Emissionen in eine aussagekräftige Grad-Celsius-Zahl übersetzt werden, schafft XDC eine transparente und leicht verständliche Vergleichbarkeit – nicht nur für Nachhaltigkeits-Verantwortliche, sondern auch für Geschäftsführungen, Investor:innen und andere Stakeholder:innen. Es ergänzt die SBTi und hilft, Dekarbonisierungsstrategien praxisnah und zielgerichtet umzusetzen.
Wer Transparenz und Wirksamkeit in der Klimastrategie erhöhen möchte, findet im XDC-Modell ein praktikables Werkzeug. XDC eignet sich als Einstieg in das Klimamanagement ebenso wie als Ergänzung zu bestehenden Zielsystemen wie SBTi.
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Wie performt Ihr Sektor – jetzt und in Zukunft?
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Wie hoch ist der Beitrag Ihrer Branche zur Erderwärmung (in °C)?
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Sind Sie besser als Ihre Peers?
Individuell erstelltes Benchmarking – in Kooperation mit right°.
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